Raubschützenfelsen (Pytlácké kameny)
Einer der Gipfel des Mittleren Isergebirgskamms mit markanten Felsen auf dem Gipfel. Die Pytlácké kameny (974 m) sind ein hervorragender Aussichtspunkt, von dem aus man sehr gut ins Tal der Iser und auf die Wiese von Groß Iser mit Knieholz auf der Tafelfichte (Klečoviště) und den Überresten der Gemeinde Groß Iser sehen kann, mit dem Hohen Isergebirgskamm im Hintergrund, aber auch auf die gegenüberliegende Seite mit der Kleinen Iserwiese, Klein Iser und dem Welschenkamm. Die Felsen wurden nach dem König der Wilderer vom Isergebirge, Hennrich, benannt. Man weiß über ihn nur wenig. In den Napoleonischen Kriegen desertierte er angeblich und versteckte sich unterhalb der Steine auf dem Kamm in einer Hütte aus Rinde und von dort aus ging er auf Wilderei. Die Förster hassten ihn von allen Wilderern am meisten, aber Hennrich war wohl auch ein Wildererkavalier. Einmal wollte er sich am Förster Johann Stefan, mit dem Spitznamen „Schneiderhansl“ aus Klein Iser rächen. Er zielte auf ihn durchs offene Fenster des Forsthauses. Aber den Förster rettete schließlich seine schwangere Frau, die sich zwischen die Männer und die Flinte stellte und den legendären Satz sagte: „Schießt du einmal – erschießt du drei!“. Hennrich lachte angeblich nur und ging. Der Schneiderhansl hat sich für diese Großzügigkeit nicht erkenntlich gezeigt; er war dabei, als Hennrich im Wald Wasser schöpfte und vom Revierförster Hub aus Klein Iser von hinten erschossen wurde. Der Wilderer, dem eine Aura von Unsterblichkeit anhing, wurde später nicht weit entfernt und tot im Wald gefunden. An der Stelle unter den Wilderersteinen wurde bald darauf ein Kreuz mit Hennrichs Namen und dem Datum 1813, als der Deserteur ins Isergebirge kam, aufgestellt.
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