Die Iser-Magistrale für Wanderungen

Misthaus (Hnojový dùm)

Zur Gemeinde Klein Iser gehörte für Jahrzehnte unbedingt das sog. Misthaus dazu, die vorletzte Hütte auf der rechten Seite des Weges, der zur Kleinen Iser in Richtung der Moore und der Wittig führt. Das Misthaus wurde vor allem durch seinen Besitzer berühmt – Gustav Ginzel, einem bekannten Bergsteiger, Globetrotter, Fotografen und Sammler von allerlei Kuriositäten, mit denen er die Hütte bis zum Rand füllte. Das Haus bekam das Vorwort „Mist“, denn nach der Aussiedlung der ursprünglichen deutschen Bewohner wurde es zeitweise als Kuhstall genutzt. Das verwahrloste Gebäude wurde erst von Herrn Ginzel gerettet, der den Mist auseinandersägte, mit Wasser aus dem nahen Bach ausschwemmte und ihn dann verkaufte (Gerüchten zufolge bekam er dafür mehr Geld, als er für die Hütte selbst bezahlt hatte). Die Hütte wurde von ihm schrittweise restauriert und eingerichtet. Bekannt waren seine Antivergewaltigungsbetten, die ausgestopften Kaninchen mit Hirschgeweihen und die Stereoklos; der Globetrotter häufte auch Trophäen seiner Reisen an, herrliche Stücke der hiesigen bemalten Volksmöbel und eine wertvolle Sammlung von Erinnerungsstücken an den Beginn des Reichenberger Tourismus. Das Misthaus diente lange Jahre als alternatives Informationszentrum, Isergebirgsmuseum und Notunterkunft, wo sich junge Wanderer, Alternative und Freaks, vor allem aus Ostdeutschland, versammelten. Über das Misthaus und seinen Eigentümer mit der eigenartigen Lebensphilosophie wurden viele Artikel verfasst und ein paar Dokumentarfilme gedreht.

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Bilder aus der Galerie Misthaus (Hnojový dùm)
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Das ursprüngliche Misthaus ist aus bis heute ungeklärten Gründen am 24. August 1995, als sich der Eigentümer gerade in Australien befand, abgebrannt. In den Ruinen des steinernen Stalls überstand Gustav Ginzel den ersten Winter, später wurde hier ein Nachbau des Gebäudes errichtet. Es gelang aber nicht mehr, dem neuen Gebäude den ursprünglichen Zauber und die Atmosphäre des Objektes ganz zurück zu geben - der Ruhm des Hauses erlosch in den letzten Jahren allmählich, in denen sich Ginzel nicht mehr ständig hier aufhielt. Das Haus ist zurzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.