Die Iser-Magistrale für Wanderungen

Klein Iser (Jizerka)

Klein Iser gehört verwaltungsmäßig zur Gemeinde Wurzelsdorf (Koøenov), liegt am höchsten (861 m) und ist wohl auch die reizvollste Gemeinde des Isergebirges. Sie bildet eine typische Wiesen-Enklave mit verstreuten Hütten inmitten der Berge. Zum Anblick von Klein Iser gehört unbedingt auch der Basaltkegel Buchberg (1004 m). Seit 1995 ist Klein Iser dank der ursprünglichen Komposition der romantischen Holz- und Steinhäuser eine denkmalgeschützte Zone der Volksarchitektur.

Klein Iser wird zum ersten Mal 1539 als Wohnstätte böhmischer Vogelfänger erwähnt. Dem Hörensagen nach hat 1570 an der Stelle, wo heute die Hütte Zum Buchenberg steht, Elias Linke die erste Hütte gebaut. In den folgenden Jahrhunderten war Klein Iser der Zankapfel zwischen den deutschen Adligen aus Friedland und den Böhmischen Adligen Nawarow. Der Streit endete 1591 mit dem Verkauf der Gemeinde an die Friedländer Herrschaften. Der Name Klein Iser kommt offensichtlich vom Bach, der durch die Gemeinde fließt. An der Kleinen Iser lebten in elenden Baracken ursprünglich nicht nur Vogelfänger, aber auch Holzfäller und Viehhirten. So lief es Jahrhunderte lang, erst Anfang des 19. Jahrhunderts (1828) wurde vom Glasmacher Franz Riedel die erste Glashütte errichtet, deren Überreste bis heute in der Nähe des sog. Herrenhauses (Panský dùm) sichtbar sind – der ursprünglichen Behausung des Hüttenmeisters (heute Pension Herrenhaus; Panský dùm). 1866 wurde hier eine weitere Glasmanufaktur errichtet, deren Gebäude diesem Zweck bis 1911 diente. Später wurde das Gebäude in ein Kinder-Freizeitlager umgebaut, worauf es verfiel. Heute ist die alte Glasmanufaktur pietätvoll renoviert und beherbergt ein stilvolles Restaurant. Ein weiteres bedeutendes Objekt im Zentrum der Gemeinde ist die bekannte Pyramiden-Hütte (nach der Steinpyramide vor dem Eingang benannt, die wahrscheinlich dem Besuch des Grafen Wilhelm von Clam Gallas gewidmet wurde). In der Nähe befindet sich im Schulgebäude das Informationszentrum und das Museum.

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Bilder aus der Galerie Klein Iser (Jizerka)
Bilder aus der Galerie Klein Iser (Jizerka)
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Klein Iser war im Mittelalter eine berühmte Fundstätte von Edelsteinen. Man erzählt sich hierüber viele Legenden, die von geheimnisvollen welschen Schürfern (die Walen) und ihren Ziegenböcken, die die Edelsteine, große Goldnuggets und Riesenperlen bewachten, handeln. Im Saphirbach, ein Nebenfluss der Kleinen Iser, wurden wirklich viele Edelsteine gefunden: Rubine und Saphire – angeblich die schönsten in Böhmen, Schwarze Spinelle, Zirkone und Amethysten. Besonders häufig war hier der Ilmerit, der Iserin genannt wurde – ein schwarzes Mineral, das in der Vergangenheit für die Herstellung von Trauerschmuck verwendet wurde. Insgesamt wurden hier über 40 Mineral-Sorten gefunden. Heute ist jedwede Grabungstätigkeit an den Fundstätten aufgrund der einmaligen und unter Schutz stehenden Natur verboten.

Klein Iser war schon seit dem 19. Jahrhundert ein frequentiertes touristisches Zentrum des Gebirges – viele Hütten wurden zu Erholungsheimen umgebaut. Nach der Abschiebung der ursprünglichen Bewohner nach 1945 diente die attraktive Gemeinde nur noch als Erholungsort. 1971 wurde hier der Lehrpfad Buchberg – Klein Iser – Moore Klein Iser eröffnet, der erste in der damaligen Region Liberec.