Bergsattel Taubenhaus (Sedlo Holubníku)
Eine sehr bekannte Stelle zwischen dem Schwarzenberg (1085 m) und dem Taubenhaus (1070 m) mit einem kleinen Moor, über das zwischen verkrüppelten Moorfichten ein hölzerner Steg führt. Im Sattel steht ein traditionelles Wartehäuschen. Bei schlechtem Wetter stellen sich hier oft Touristen unter, die diesen nicht so bewachsenen Teil des Isergebirges bewandern. Nicht weit von hier (nicht einmal einhundert Meter entlang der grünen Markierung in Richtung Stolpichstraße; Štolpišská silnice) ist eines der berühmtesten Denkmäler des Isergebirges eingehängt – der Weiße Tod (Bílá smrt). Der Weiße Tod ist ein schönes Denkmal, weil er trotz seines grausigen Namens nicht an ein Unglück erinnert. Am Nachmittag des 19. Februars 1909 gingen drei Reichenberger Bürger – der Kaufmann Josef Mras, der Kapellmeister Wilhelm Pochmann und der Gastwirt vom Ratskeller Christian Arzböck – zum Rodeln. In Christianthal ließen sie sich bis in die Nacht voll laufen und als sie weiter Richtung Ferdinandstal loszogen, begann es zu schneien. Irgendwo unter dem Sattel Taubenhaus wurden sie von einem Schneesturm überrascht. In diesem Sturm – mit den Beinen tief im Schnee steckend – kamen sie vom Weg ab. Der Wirt mit seiner fetten Wampe blieb bis zum Bauchnabel in den Schneewehen stecken und konnte nicht mehr weiter gehen. Mras und Pochmann hatten mehr Kraft. Sie hüllten Arzböck in ihre Pelzmäntel und gingen ohne ihn weiter in Richtung Stolpichstraße. Schließlich kamen sie glücklich in Ferdinandstal an, von wo aus sofort ein Rettungstrupp von sechs Personen mit einem Pferdeschlitten loszog. Den Wirt fanden sie lebendig, und – trotz seiner misslichen Lage – bestens gelaunt.
česky
deutsch
polski





