Die Iser-Magistrale für Wanderungen

Die Felsen im Isergebirge

Fast der gesamte westliche Teil der Isermagistrale für den Wandertourismus wird von verschieden großen und unterschiedlich geformten Granitfelsen flankiert. In einer bizarren Symbiose mit den Buchenwäldern bilden sie hier eine einzigartige romantische Welt, die schon seit über 100 Jahren von Bergsteigern aufgesucht wird.

„Besonders stürnisch musste damals der Kampf der Felsengiganten mit den Naturkräften gewesen sein, denn tiefe Risse und Spalten wurden in die riesigen Körper der Felsen eingefurcht und wirken bis heute wie tugendhafte Zeichen ihres heldenhaften Schildes.“ So hat sich am Anfang des 20. Jahrhunderts der Bergliebhaber Ivan König über die Isergebirgsfelsen geäußert; der grobe Isergebirgsgranit fand gerade in dieser Zeit mehr und mehr Freunde und Bewunderer. Der erste Felsen, der von den Bergsteigern „sauber“ , d. h. ohne die Verwendung von Hilfsmitteln wie z. B. Strickleitern erklommen wurde, war die Divá Máří, die am 14. Juli 1895 von den Bergsteigern Adolf Gahler, Heinrich Scholze und E. Wolleschak bezwungen wurde. Nach einem kurzen Nachlassen des Interesses am Bergsteigen auf dem Isergebirgsgranit begann Anfang des 20. Jahrhunderts „die goldene Ära“ des hiesigen Kletterns – vor allem verbunden mit den Namen Rudolf Kauschky, Franz Haupt, Rudolf Tham, Karl Kirchhof und Rudolf Blumrich.

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Bilder aus der Galerie Die Felsen im Isergebirge
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Zu Legenden des Nachkriegs-Bergsteigertums wurden vor allem die Gebrüder Ginzel, Josef Čihula und Miroslav Machovič. Parallel dazu kletterten neben ihnen Dutzende, wenn nicht gar Hunderte weitere Bergsteiger hinauf. Zu den jüngerne Bergsteigerlegenden, die diesen Sport nach wie vor auf dem Isergebirgsgranit betreiben, gehörenn z. B. Petr und Zorka Prachtel.

Das Isergebirgs-Bergsteigertum ist eine ganz eigene Welt – es hat seine geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze und seine Kult-Felsen (hierzu gehören natürlich Zvon, Divá Máří a Uhlířova čapka. Die Bergsteiger haben ihre Gasthäuser, in denen sie ihre Wallfahrt von Fels zu Fels beenden (z. B. Koza im Oldřichovský sedlo, U Cimpla in Ferdinandsthal und Bartlova bouda in Weißbach).

Heute sind die Isergebirgsfelsen und die Geschichte des Kletterns im Isergebirge qualitativ und detailliert im Buch von Pavel Fajgl, Otokar Simm, Milan Vrkoslav verarbeitet: Horolezecký průvodce Jizerské hory (Bergsteigerführer Isergebirge), Vrkoslav 1999. Auch versucht das Buch „Krásy jizerských žulových skal“(Die Schönheit der Isergebrgs-Granitfelsen) von Jan und Šimon Pikousový und Otokara Simm die Poesie des Isergebirgsgranits aufzuzeigen.