Die Iser-Magistrale für Wanderungen

Wandern

Bilder aus der Galerie Arbeiten am Projekt
Bilder aus der Galerie Brücke über die Iser
Bilder aus der Galerie Felsenburg (Skalní hrad)
Bilder aus der Galerie Olbersdorf (Albrechtice u Frýdlantu)

Die Geschichte der Isergebirgs-Wandertouristik ist eng mit der Gründung des Deutschen Gebirgsvereins für das Jeschken- und Isergebirge - dem DGV - verbunden, der 1884 in Reichenberg gegründet wurde. Vor allem wegen der leidenschaftlichen Wandertouristen Matouschek, Bielau, Huebler und Tetsch begann mit Zustimmung des Grafen Clam-Gallas, dem Besitzer der meisten Wälder in den Bergen, die systematische Markierung eines durchdachten Wegenetzes für Wanderer. Das Isergebirge und seine Umgebung wurden so bald zu einem der touristisch best ausgezeichneten Gebiete der alten Monarchie. Die Hauptstrecken, auf die sich damals die ersten Wanderer begaben, sind bis heute fast gänzlich unverändert so belassen worden. Sehr früh begann der Wanderverein damit, eigene Aussichtspunkte und Berghütten zu errichten. Den ältesten eigenen Holzaussichtsturm baute der DGV auf der Humboldthöhe über Katharinenthal drei Jahre nach seiner Gründung. Schnell kamen unter der Verwaltung des Vereines viele Hütten und Aussichtswarten hinzu. Der DGV besaß schließlich solche Einrichtungen in Královec, Slovanec, Bramberg, Jùslovì vrch in Josefsthal und auf dem Tannwalder Spitzberg (Tanvaldský Špièák). Nach dem Tode des Barons Liebieg verwaltete er auch die Reichenberger Höhe.

Der Verein sicherte die Felsen und machte auch viele ihrer Aussichten erst zugänglich, nämlich den Aussichtsturm bei Morchenstern (Smržovka) auf dem Nussstein (Oøešník), den Dornst (Trništì), den Drachenstein (Draèí kámen) und die Schmiedekoppe (Kovadlina) über Reichenberg.

Parallel dazu gab es früher im Isergebirge noch weitere, kleinere Wandervereine und Genossenschaften. Der Internationale Arbeiterverein Naturfreunde (Pøátelé pøírody) errichtete 1929 für seine Mitglieder sogar eine eigene Hütte (die heutige Präsidentenbaude; Prezidentská chata), die bis heute an einer schönen Stelle der Erfrischung der Wanderer und Touristen gute Dienste leistet.

1900 wurde in Reichenberg der Tschechische Wanderverein (Klub èeských turistù; seit 1933 Gauverband KÈST Lausitz-Klein Iser) gegründet, der bei den tschechischen Besuchern für das Isergebirge warb und erste Druckmaterialien über das Gebirge auf Tschechisch herausbrachte. Die Aktivitäten der Deutschen Arbeiter- und tschechischen Touristenvereine, vor allem die des Naturfreundevereins wurden von der Besetzung der Sudeten durch Deutschland unterbrochen, der Zweite Weltkrieg war schließlich die Ursache für das Ende des Deutschen Gebirgsvereins für das Jeschken- und Isergebirge.

Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpften die tschechischen Vereine schnell wieder an die alte Wandertradition an. Sie erneuerten schon sehr früh die Wegemarkierungen und erweiterten sie auch. Bei der erzwungen Vereinigung der Sportorganisationen ging auch der Tschechische Wanderverein unter und die Berge wurden nun von der Tourismusgenossenschaft, die unter dem Dachverband ÈSTV wirkte, beherrscht. Später wurde das Isergebirge zu einer sehr populären Region mit vielen beliebten Wanderwegen und Gebietsabzeichen.

In der Gegenwart ist der Klub èeských turistù (Tschechischer Wanderverein) die stärkste Organisation im Isergebirge, dessen Sektionen viele traditionelle Aktionen veranstalten und die Wanderwegsmarkierungen sorgsam pflegen. Der Pflege und dem Schutz der Berge haben sich auch weitere Verbände und Vereine verschrieben - bekannt ist der Isergebirgs-Jeschken-Gebirgsverband (Jizersko-ještìdský horský spolek), der sich in erster Linie auf den Schutz und das Verständnis der Berge konzentriert.

Wandern und Radfahren werden immer beliebter, das geht allerdings mit einer deutlichen Abneigung gegen die organisierte Touristik einher. Der heutige Bergtourist neigt eher zu individueller Aktivität. In naher Zukunft wird der Neue Kammweg (dessen Teilstück auch die Isermagistrale für den Wandertourismus bildet) zu einem Rückgrat des Kammwegs werden, der auf verschiedenen Trassen sowohl für das Wandern zu Fuß als auch für Radfahrer und Ski-Langläufer geeignet ist. Der Kammweg beginnt in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz und überschreitet auf dem Kamm das Lausitzer, das Zittauer und das Isergebirge und endet im zentralen Riesengebirge.