Die Iser-Magistrale für Wanderungen

Allgemeine Informationen über das Isergebirge

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Das Isergebirge ist das nördlichste böhmische Gebirge; es befindet sich auf dem Gebiet der Bezirke Reichenberg (Liberec) und Gablonz (Jablonec nad Nisou). Seit vielen Jahrhunderten sind die Berge auch die Grenze - heute führt die Grenze zwischen Tschechien und Polen entlang der nord-südlichen Achse. Der höchste Berg des tschechischen Teils ist die Tafelfichte (Smrk; 1124 m), der höchste Berg des gesamten Gebirges ist der Hinterberg (Wysoka Kopa; 1126 m) im polnischen Teil. Beide Berge gehören zu den nicht so markanten Gipfeln, der dominante Berg im zentralen Teil ist der schon von weitem zu sehende Berg Siechhübel (Jizera; 1122 m) mit seinen beiden markanten Felsen auf dem Gipfel.

Das Isergebirge gehört aus geologischer Sicht zum westlichen Teil der sog. Sudeten. In seinem östlichen Teil (das Gebiet um den Fluss Iser) geht es in das gewaltigste böhmische Gebirge über - das Riesengebirge. Für den zentralen Teil des Gebirges ist eine Hochebene charakteristisch, die sich in einer Höhe von 800 - 1000 m über dem Meer befindet. Im Norden fallen die Hänge mit ihrem typischen Buchenbewuchs und reichlich mit zersplitterten Granitfelsen übersät, ins Tal des Flusses Wittig (Smìda) im Friedlander Hügelland (Frýdlantské pahorkatiny) ab, das historisch eng mit ihm verbunden ist. Die südlichen- und südwestlichen Hänge des Gebirges steigen wesentlich gemäßigter ins Neißetal ab und - insbesondere im Gablonzer Gebiet - bilden sie eine charakteristische Landschaft mit Berggemeinden mit romantischen Bauden, Glashütten, Kirchen und seit Jahren bewirtschafteten Feldern, Wiesen und Wäldern. Im nordöstlichen Teil geht das Gebirge nach Polen über - in die Góry Izerskie, deren Naturcharakter im Grunde dem böhmischen Teil sehr ähnlich ist, allerdings befinden sich hier keine ganzflächigen Buchenwälder.

1968 wurde auf dem Gebiet des gesamten Isergebirges das Naturschutzgebiet (CHKO) Isergebirge eingerichtet, das zu den ältesten großflächigen Naturschutzgebieten der Tschechischen Republik gehört.


DAS ISERGEBIRGE - DIE LANDSCHAFT DER MOORE, FICHTENWÄLDER UND SILBERBUCHEN

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Bilder aus der Galerie Snìžné vìžièky
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Hunderte Beinamen könnte das Isergebirge bekommen: Moorgebirge, Fichtengebirge, Granitgebirge, Buchengebirge, Nebelgebirge, Wildes Gebirge …, man kann sie gar nicht alle aufzählen, weil manche mit der Zeit verschwinden, andere auftauchen. Die Landschaft, die die Schönheit des Nordens bekannt gemacht hat - aber auch die Landschaft, die - buchstäblich - nach einer ökologischen Katastrophe, die lange das Aussehen des Gebirges in Zukunft vorausbestimmen wird, wieder aufblühte.

Die Landschaft, deren Traditionen aufgrund der Vertreibung der Mehrheit der ursprünglichen deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg untergehen sollte, der sich aber - wie durch ein Wunder, auch auf der Grundlage von heimatkundlicher Literatur - die neuen Bewohner begeistert wieder zuwandten. Das Isergebirge wird heute immer mehr als eine sog. "Gesundheitsfabrik" empfunden, die fast heilig ist für die, die sie besuchen, die in ihr leben oder die hier ihre Ferienhäuser haben. Die Liebe zum Isergebirge wird oft bei vielen seiner Bewunderer zu einer Art Besessenheit. Das Isergebirge lebt aber neben den massiv betriebenen Sommer- und Wintersportarten (heute vor allem Mountainbiking und Ski-Langlauf) in den alten Traditionen weiter. Den besten Beweis hierfür liefert die wachsende Beliebtheit der alten Berg-Erzählungen und Legenden sowie das Sammeln alter Isergebirgs-Ansichtskarten. Ein weit verbreitetes Hobby ist die Suche nach Bergunglücken gewidmeten Denkmälern, die systematische Besteigung der hier zahllosen Aussichtstürme, die Aufrechterhaltung der Erinnerung an das Leben der früheren Bergbewohner - der Bergkapellen, Holzhütten und alten Glashütten.

Das Isergebirge gehört - was die Ausdehnung betrifft - zu den kleinen böhmischen Gebirgen. Auf kleinstem Raum kommt es hier zu einer Symbiose einer absolut "kanadischen" Wildnis von undurchdringlichen Fichtenwäldern, rauen Granitfelsen und Wildwasser und auch ausgedehnten Buchenwäldern, die in der Tschechischen Republik in dieser Ausdehnung ihresgleichen suchen, und die nicht so steile, in Jahrhunderten kultivierte Waldwegelandschaft und gepflegten Wiesen

Das Isergebirge ist zu allen Jahreszeiten wunderschön, die hiesigen "Experten" meinen allerdings, dass der melancholische Isergebirgsherbst am schönsten ist. Über den Holzhütten der Südhänge glänzen die blutroten Früchte des Vogelbeerbaumes, Eschen werfen ihre gelbgrünen Blätter ab, der Ahorn schillert in den Farben des Honigs und des geschmolzenem Eisens. Von fast allen Aussichtspunkten um Gablonz herum sind durch die klare Luft sogar die Kämme des Riesengebirges zu sehen. Im Isergebirgsherbst setzen sich die vom Wandern auf den Bergpfaden ermüdeten Touristen beispielsweise gerne in den beheizten Gästesaal des Jagdschlosses Nová Louka - "dem hölzernen Herz der Berge " aus der Grafenzeit. In wohliger Wärme wird hier Grog getrunken und an die alte Gestalt der Berge und den ersten Schnee, der das Isergebirge in ein Königreich der Eiskönigin Kristina verwandelt, gedacht. In der nordischen schneeweiß-reinen Landschaft.